Am grünen Rand der Welt

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2015 soll eine Neuverfilmung des viktorianischen Romans Far From the Madding Crowd (dt. Am grünen Rand der Welt) von Thomas Hardy anlaufen. Die Geschichte ist beliebter Kinostoff, wurde sie doch bereits dreimal verfilmt, unter anderem als Stummfilm. Protagonist ist der Schäfer Gabriel Oak, der sich in die schöne Bathsheeba Everdene verliebt. Als er durch Zufall verhindern kann, dass Bathsheebas Besitzungen durch ein Feuer zerstört werden, scheint sie sich zum ersten Mal mehr für ihn zu interessieren. Sie stellt Gabriel als Schäfer auf ihrem Anwesen ein, und er steht ihr von nun an als treuer Helfer zur Seite, auch, nachdem Bathsheeba den Soldaten Troy geheiratet hat. Troy jedoch hat ein düsteres Geheimnis, vor dem auch der Schäfer Bathsheeba nicht bewahren kann…
Neben schönen englischen Landschaftsdarstellungen werden den Kinobesucher wohl wieder die für Thomas Hardy typischen vielschichtigen Charaktere und tragisch-morbiden Handlungsverläufe erwarten. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Neuverfilmung mit den Vorgängern – besonders dem großartigen TV-Vierteiler aus dem Jahr 1998 – messen kann.

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2 Gedanken zu “Am grünen Rand der Welt

  1. Angeregt von dieser Protagonist(inn)enchrakterisierung können wir uns die allgemeine Frage stellen, mit welcher Figur eines Filmes wir uns – was die Regel als mitempfindende Wesen sein dürfte – identifizieren. Schnell und leicht dürfte dies mit den wie auch immer positiv dargestellten Figuren sein. Schwerer mit komplexeren Persönlichkeiten, zumal wenn sie auch teilweise negative Charakterzüge tragen. Aber sind wir vollkommen positiv ? Und sind wir nicht auch vielschichtig ? Und haben wir nicht auch unsere – mehr oder weniger schlimmen – Geheimnisse ? Ist unsere schnelle und leichte Identifizierung mit positiven Figuren gerechtfertigt ? Sicher spielt auch der Wunsch – gerade bei eigenen auch teilweise negativen Eigenschaften (Ungeduld, Überheblichkeit, Schüchternheit, Depressivität, Nervosität, Cholerik) – positiv und gut zu sein eine Rolle. Die entscheidende ?

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    1. Ich für meinen Teil identifiziere mich ja schon gern mit den komplexen Figuren in einem Film (z.B. Antihelden)… (Natürlich birgt auch das Wort „komplex“ gewisse Gefahren – gibt es wirklich komplexe Charaktere oder wirken sie nur komplex, weil sie gegenüber verschiedenen Personen verschiedene Haltungen annehmen, in verschiedene Rollen schlüpfen – wie wir es selbst ja auch tun). Mit allzu positiven Figuren kann ich mich nicht identifizieren. Aber das ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass ich positive Personen häufig vorschnell als oberflächlich, eben nicht „komplex genug“, abstemple. Ich habe also irgendwie genau das gegenteilige Problem.

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