Papier – eine Hassliebe

Das Papier quält mich, wie es da so weiß und boshaft-unschuldig vor mir liegt.

Zugleich liebe (ja, hier darf man von Liebe sprechen!) ich es, wie es sich anfühlt, wie es riecht – alle paar Sätze hebe ich es an, um daran zu riechen, um mit dem Finger darüber zu streichen.

Doch das Papier knechtet mich, presst den Ausdruck meiner Gefühle in seine engen Zeilen, über die ich schon früher als Kind niemals hinausmalen durfte. Manchmal will ich es zerreißen, zerkauen und schlucken, bis nichts mehr davon übrig ist.

Und dann wieder sorge ich mich mehr um das Papier als um einen Freund, will nicht, dass ihm etwas zustößt, erschrecke, wenn es nass wird und die Tinte wie Tränen verläuft und die Seiten sich verziehen wie die Wangen einer weinenden Frau.

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