Hangzhou und Suzhou – die Paradiesstädte

„Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden gibt es Hangzhou und Suzhou.“ Auf dieses alte Sprichwort stößt man immer wieder, wenn man in chinesischen Reiseführern stöbert, und es zieht noch immer viele Menschen in eben diese Städte. Die Glücklichen, die dort aufwachsen oder zur Uni gehen, haben täglich beides vor Augen: Moderne Hochhäuser und idyllische Natur.
In Hangzhou wird bis heute noch mit wertvoller Seide gehandelt; diese Tatsache hatte auch Marco Polo seinerzeit dorthin geführt, der die Stadt sogar als „die schönste Stadt der Welt“ bezeichnete. Manche Quellen behaupten sogar, es sei vor Bagdad die größte mittelalterliche Stadt der Welt gewesen.
Der Westsee in Hangzhou ist in der asiatischen Welt sogar so beliebt, dass er dutzende Male kopiert und in anderen Städten genauso nachgebildet wurde! Rund um den See findet man viele kleine Pavillions, Brücken und Pagoden, die dem Zeichen 杭 – einem Bestandteil des Namens Hangzhou – zu ähneln scheinen:

DSC00620

DSC00647

DSC00615

Die Pagode ist übrigens ein Relikt aus dem Buddhismus; sie diente ursprünglich dazu, die Überreste erleuchteter Mönche aufzubewahren. Später verwendete man sie auch als Aussichtsspunkte und sogar für Feng Shui – das heißt, die Pagoden wurden an bestimmten Stellen errichtet, um die Harmonie eines Ortes zu verbessern. Wichtig: Die Anzahl der Stockwerke muss immer ungerade sein, das bringt Glück!

Während Hangzhou vom kalten Blau des Wassers beherrscht wird, dominieren in Suzhou die sanften Grüntöne der Gärten und das warme Rot der Ziegelsteine. Von den Gärten gibt es über 200 in Suzhou; ihre Architektur folgt wiederum dem klassischen Feng Shui. Dabei hat jeder Garten seinen eigenen Charakter: Der „Garten des bescheidenen Beamten“ integriert viele Kanäle und Teiche, während im „Löwenwald-Garten“ ein großer Felsbrocken steht, den man „durchwandern“ kann. Die Liebe zu seltsam geformten Steinen und Felsen kommt auch aus dem Buddhismus, doch leider ist mir die Bedeutung dahinter ein wenig schleierhaft. Wahrscheinlich sollen sie – wie so vieles in der chinesischen Kultur – einfach Glück bringen.

DSC00709DSC00718

 

Wenn man in Suzhou übernachten will, sollte man eine der kleinen Pensionen in der Pingjiang Road buchen – dort gibt es einige schöne Bars und Cafes im Vintage Stil.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s